Gamechanger: Instagram ohne Likes?

Instagram Likes gelten heutzutage als Währung der Generation. Die Plattform testet derzeit – Dieses mal soll es jedoch nicht zu einer Erweiterung kommen sondern Instagram plant, etwas wegzunehmen: Likes unter Posts sollen zukünftig nicht mehr als Zahl ausgewiesen werden.

Stattdessen soll der User nur noch sehen, welche gemeinsamen Instagramnutzer den jeweiligen Beitrag geliked haben. Auch die öffentliche Metrik der Anzahl der Videoviews würde in Zukunft wegfallen.

Der Autor des jeweiligen Instagramposts wird die Like-Zahlen jedoch weiterhin sehen können.

 

Derzeit läuft der Test bereits in den folgenden Ländern:

·      Australien

·      Brasilien

·      Kanada

·      Irland

·      Italien

·      Japan

·      Neuseeland

 

Ob und in welchem Umfang der Test auch im deutschsprachigen Raum durchgeführt wird, ist bisher noch unklar. Die Beweggründe für das Vorhaben beschreibt Instagram auf Twitter wie folgt:

„Wir möchten, dass sich Eure Freunde auf Eure Fotos und Videos konzentrieren, nicht auf die Likes. Du wirst die Likes trotzdem sehen können, deine Freunde allerdings nicht mehr. Wir möchten erfahren, ob diese Veränderung die Erfahrung auf Instagram für Alle besser machen wird..“

 

Welche möglichen Vorteile könnte ein Instagram ohne Likes haben?

 

1.     Nutzermotivation: Mehr Nutzer könnten motiviert werden, selbst zu posten. Wenn Nutzer nicht mehr an Likes gemessen werden, würde die Scham vor niedrigen Like-Zahlen wegfallen.

2.     Optimierte Postingzeiten oder die perfekten #Hashtags könnten wir uns sparen. Das Bild und die eigentliche Intention würden im Vordergrund stehen.

3.     Ehrlichkeit: Ein Feed ohne Likes würde Bot-Anbieten und Like-Verkäufern das Handwerk legen. Diese Änderung würde auch für Instagram mehr Ehrlichkeit bedeuten.

4.     Aus den jetzigen „Influencern“ würden sogenannte „Creator“ entstehen. Es würde nicht mehr an Like-Zahlen gemessen werden, sondern an der Qualität und Originalität der jeweiligen Inhalte.

5.     Ein Ort ohne Rivalität? Die Privatisierung der Likes soll zudem auch als vorsorgliche Maßnahme gegen Mobbing fungieren. Laut Instagram kann eine geringe Zahl von Likes nämlich dazu führen, dass Nutzer heruntergemacht, diskriminiert oder beleidigt werden.

 

Bekommen Influencer und Unternehmen ein Problem?

Da der Vergleich mit der Konkurrenz ausbliebe, müssten neue Kennzahlen festgelegt werden, um den Erfolg der Influencer messen zu können.

Unternehmen müssten sich auf der Suche nach neuen Influencern unter Anderem auf die Anzahl der Follower verlassen. Und das, obwohl das Engagement eigentlich viel wichtiger ist. Eine Studie der Marketing-Firma Influencer DB hat aber kürzlich gezeigt, dass die Like-Zahlen bei großen Instagram-Influencern drastisch zurückgehen: Je mehr Follower ein Influencer hat, desto kleiner fällt die Interaktionsrate aus.

Influencer und Unternehmen müssen sich demnach so oder so etwas Neues einfallen lassen. Das Influencer Marketing auf Instagram scheint sich nämlich drastisch zu verändern, wenn es sich nicht schon grundsätzlich auf dem absteigenden Ast befindet.

Es bleibt also abzuwarten, welche Erkenntnisse die neue Test-Version bringt und ob ein ähnlicher Test bald in Deutschland durchgeführt wird. Wir sind gespannt – Like it or not!